Innsbruck. – In der Innsbrucker Innenstadt sind am Samstag zwei Mitglieder der katholischen Studentenverbindung „Rudolfina Wien“ Opfer eines tätlichen Angriffs geworden. Die beiden jungen Männer wurden dabei verletzt und mussten anschließend medizinisch versorgt werden, wie der Exxpress berichtet. Aus dem Umfeld der Betroffenen heißt es, die Angreifer hätten während der Attacke „Antifa“ gerufen.
Die Studenten waren am Nachmittag auf dem Weg zu einem Lokal, als es zunächst zu einer verbalen Auseinandersetzung gekommen sein soll. Laut der Verbindung wurden die Männer wegen ihrer Couleur erkannt und als „rechts“ beschimpft.
Täter sollen „Deckel“ vom Kopf gerissen haben
Im Verlauf des Vorfalls soll einem der Studenten die traditionelle Kopfbedeckung einer Verbindung, der sogenannte „Deckel“, vom Kopf gerissen worden sein. Kurz darauf eskalierte die Situation. Laut Rudolfina-Obmann Maximilian Schlosser kam ein weiterer Mann hinzu. Die beiden Betroffenen hätten noch versucht, klarzustellen, dass sie einer katholischen Studentenverbindung und keiner deutschnationalen Burschenschaft angehören. Der Hinweis habe die Angreifer jedoch nicht beruhigt. Einer der Studenten sei „ins Gesicht geschlagen“ worden, so Schlosser. Beide Männer mussten anschließend im Krankenhaus behandelt werden.
Gegenüber dem Kurier bestätigte die Polizei den Vorfall. „Es ist zu einer Auseinandersetzung gekommen, bei der einer der Opfer eine blutende Nase davongetragen hat. Es wurde eine Anzeige wegen Körperverletzung erstattet“, erklärte ein Sprecher. Ob während der Tat tatsächlich „Antifa“ gerufen wurde, sei derzeit Gegenstand der Ermittlungen. „Die Ermittlungen in dem Fall laufen“, teilte die Polizei mit.
Kritik an Gewalt gegen Andersdenkende
Rudolfina-Obmann Maximilian Schlosser äußerte sich nach dem Vorfall deutlich. „Zwei unserer Mitglieder wurden in Innsbruck angegriffen und verletzt. Wer so etwas tut, ist kein Kämpfer für Toleranz, sondern genau das Gegenteil.“ Zugleich übte er Kritik an linken politischen Milieus: „Es ist leider bezeichnend: Manche, die ständig von Offenheit, Vielfalt und Antifaschismus reden, haben offenbar kein Problem damit, Andersdenkende einzuschüchtern oder sogar körperlich anzugreifen. Linke ‚Toleranz‘ endet anscheinend dort, wo jemand eine andere Weltanschauung, eine andere Tradition oder einfach einen Deckel trägt.“ Die Rudolfina Wien und der Cartellverband stünden für „Freundschaft, Glaube, Bildung und ein respektvolles Miteinander“. Gewalt dürfe niemals akzeptiert oder verharmlost werden. „Wir erwarten volle Aufklärung und klare Konsequenzen“, so Schlosser.
Der Vorfall fiel zeitlich mit dem traditionellen MKV-Pennälertag zusammen, der am Wochenende in Innsbruck stattfand. Zu der Veranstaltung katholischer Mittelschulverbindungen reisen jedes Jahr mehrere tausend Teilnehmer aus ganz Österreich an.







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