Buttersäureanschlag auf Coburger Convent für Grünen-Politikerin nur „Lausbubenstreich“

Auch in diesem Jahr kam es beim Coburger Convent (CC) zu zahlreichen Protesten und Zwischenfällen. Ein mutmaßlicher Buttersäureanschlag auf das Festzelt sowie mehrere Demonstrationen begleiteten die Veranstaltung der Landsmannschaften und Turnerschaften.

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Buttersäureanschlag auf Coburger Convent für Grünen-Politikerin nur „Lausbubenstreich“
Auch die Reifen zweier Fahrzeuge von Convent-Teilnehmern wurden zerstochen.© IMAGO / Bihlmayerfotografie

Coburg. – Während des Kongresses meldeten Gegner insgesamt elf Gegendemonstrationen im Coburger Stadtgebiet an. Die Polizei wurde von Einsatzkräften aus umliegenden Dienststellen und der Bayerischen Bereitschaftspolizei unterstützt. Laut Polizeisprecher und der Plattform inFranken.de war die Präsenz deutlich erhöht. Bei einer Demonstration wurde ein Plakat sichergestellt, auf dem ein Molotow-Cocktail-Werfer zu sehen ist. Auch Aufkleber mit dem Slogan „Burschis platt“ wurden kontrolliert. Zu Brandanschlägen auf Fahrzeuge kam es in diesem Jahr nicht, lediglich die Reifen von zwei Convent-Teilnehmern wurden beschädigt.

Provokation durch Grünen-Politikerin

Die Grünen-Stadträtin Melanie Becker kritisierte den Convent scharf und nahm provokativ mit einer Regenbogenfahne im Fackelzug an einer Demonstration teil. Sie betonte, dass sie unbehelligt bis zum Marktplatz gelangt sei, wo sie lediglich von der Polizei ermahnt worden sei. Trotz ihrer Provokation bezeichnete sie die Reaktionen der Convent-Teilnehmer als professionell und berichtete von einer weniger aufgeheizten Stimmung als in den Vorjahren.

Becker, die den Convent als „Nährboden für rechte Ideologien“ sieht, zeigte sich in einem Interview mit inFranken.de weniger besorgt über den Buttersäureanschlag und bezeichnete ihn als „Lausbubenstreich“. Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (SPD) hingegen verurteilte den Anschlag scharf und sprach von „Demonstrationstouristen“, die Streit und Gewalt nach Coburg brächten.

Sicherheitsdebatte um Festzelt

Convent-Sprecher Martin Vaupel forderte nach dem Buttersäureanschlag eine bessere Bewachung des Festzeltes durch die Polizei und kritisierte die Stadt für unzureichenden Schutz. Die Polizei hingegen erklärte, die Sicherheit des Zeltes liege in der Verantwortung des Convents und müsse durch einen privaten Sicherheitsdienst gewährleistet werden. Trotz der Zwischenfälle zog die Polizei eine positive Bilanz. Die Zahl der Gegendemonstranten war zwar höher als im Vorjahr, die Polizei lobte aber die friedlichere Atmosphäre und das Ausbleiben schwerer Straftaten.

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