Berlin. – Die Bundesregierung hat bestätigt, dass sich inzwischen Hunderttausende „Reiseausweise für Flüchtlinge“ in Deutschland im Umlauf befinden. Aus der Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion geht hervor, dass am 31. März 2026 insgesamt 740.594 dieser Dokumente im Ausländerzentralregister erfasst waren.
Zahl der Reiseausweise explodiert seit 2022
Besonders deutlich fällt der Anstieg seit dem Jahr 2022 aus. So stieg die Zahl der registrierten Reiseausweise von 18.316 im Jahr 2021 auf 38.548 im Jahr 2022. Bereits ein Jahr später lag sie bei 151.643, 2024 bei 189.020 und 2025 schließlich bei 250.267. Allein in den ersten drei Monaten des Jahres 2026 kamen weitere 38.443 hinzu. Den größten Anteil stellen syrische Staatsangehörige mit insgesamt 289.749 erfassten Reiseausweisen. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Afghanistan mit 112.913 und der Irak mit 92.020 Dokumenten. Auch Staatsangehörige aus Eritrea, der Türkei und dem Iran sind stark vertreten.
Hunderttausende Dokumente noch Jahre gültig
Laut Angaben der Bundesregierung wurden die meisten Reiseausweise in Nordrhein-Westfalen erfasst. Dort summiert sich die Zahl auf 213.132 Dokumente. Auf den weiteren Plätzen folgen Niedersachsen mit 81.115, Hessen mit 79.055 sowie Baden-Württemberg und Bayern mit jeweils mehr als 74.000 ausgestellten Ausweisen. In Berlin liegt die Zahl inzwischen ebenfalls bei fast 34.000. In kleineren Bundesländern wie Bremen oder Mecklenburg-Vorpommern sind die Werte dagegen deutlich geringer.
Nach Angaben der Bundesregierung sind derzeit 591.154 dieser Reiseausweise gültig. Besonders auffällig ist, dass ein erheblicher Teil dieser Dokumente eine mehrjährige Laufzeit besitzt. So laufen 227.905 Ausweise erst im Jahr 2028 ab. Weitere 188.370 behalten ihre Gültigkeit bis 2027 und selbst für die Zeit nach 2032 sind noch 19.115 gültige Reiseausweise registriert. Die ausgestellten Dokumente ermöglichen Auslandsreisen und dienen zugleich als offizieller Passersatz für Personen, die keinen nationalen Reisepass ihres Herkunftsstaates besitzen oder nutzen können.







Kommentare
Sei der Erste, der einen Kommentar hinterlässt!