Die Sanierung der Donaubrücke Stein–Mautern geht in die nächste Phase. Ab Montag, 18. Mai 2026, 7 Uhr, wird die Donaubrücke nur noch einstreifig in beide Richtungen geführt. Die Verkehrsregelung erfolgt über eine Lichtsignalanlage. Direkt nutzbar bleibt die Brücke weiterhin für Fußgänger, Radfahrer, Mopedfahrer, Leichtkraftfahrzeuge, Krankenfahrstühle sowie landwirtschaftliche Fahrzeuge bis fünf Tonnen Gesamtgewicht. Der Pkw- und Lkw-Verkehr wird über die St. Pöltner Brücke im Zuge der B37 umgeleitet. Der Umweg beträgt rund 3,7 Kilometer. Ausgenommen sind Blaulichtfahrzeuge im Einsatzfall.
Niederösterreich sichert Jahrhundertprojekt budgetär ab
Die Donaubrücke Stein–Mautern ist eine zentrale Verkehrsverbindung für Pendler, Betriebe, Landwirtschaft, Tourismus sowie die Gemeinden in der Region. Das Land Niederösterreich trägt die Erhaltungspflicht für das Bauwerk. Im Rahmen des Gesamtprojekts sollen das 376 Meter lange Stahltragwerk und der Unterbau umfassend saniert werden. Dabei sind die Vorgaben des Bundesdenkmalamtes sowie des UNESCO-Weltkulturerbes zu berücksichtigen.
Die geschätzten Gesamtbaukosten betragen 145 Millionen Euro. Da die Finanzierung bis zum Jahr 2033 abgesichert werden muss, war die Befassung des Landtags erforderlich. Verkehrslandesrat und LH-Stellvertreter Udo Landbauer betont in diesem Zusammenhang die Bedeutung der budgetären Absicherung: „Die Zusicherung des Budgets ist Grundvoraussetzung dafür, dass wir das Jahrhundertprojekt Schritt für Schritt und effektiv umsetzen können.“ Der Projektzeitplan sei unter anderem an die Ausschreibung der Ersatzbrücke sowie an den Neubau anprallsicherer Strompfeiler gebunden.
Ersatzbrücke soll Totalsperre verhindern
Während der Hauptbauarbeiten soll eine Ersatzbrücke errichtet werden. Sie dient als direkte Donauquerung und als Umleitungsstrecke, während die bestehende Brücke unter Totalsperre saniert wird. Die Verkehrsfreigabe der Ersatzbrücke ist für 2028 vorgesehen. Die Sanierung der Bestandsbrücke soll nach derzeitiger Planung von 2028 bis 2032 dauern. Nach der halbjährlichen Brückenprüfung durch ein Ziviltechnikbüro wurden konkrete Einschränkungen für die weitere Nutzung festgelegt. Das Gutachten verweist auf deutliche Schäden an wesentlichen Bauteilen, insbesondere durch fortgeschrittene Korrosion und Materialverluste. Aus statischen Gründen muss die Fahrbahnbreite daher von derzeit 5,44 Metern auf rund 3,75 Meter reduziert werden.
Landbauer stellt klar, dass die nun gesetzten Maßnahmen notwendig sind, um eine vollständige Sperre der Donaubrücke zu vermeiden und gleichzeitig die Verkehrssicherheit zu gewährleisten: „Niemand will die Donaubrücke sperren. Unser Ziel ist klar: So viel Verkehr wie unter sicheren Bedingungen möglich weiterhin über die Brücke zu führen. Genau deshalb setzen wir jetzt alle notwendigen Maßnahmen, um die Donaubrücke auch weiterhin offenhalten zu können.“
FPÖ sieht starkes Signal für Pendler und Wirtschaft
Die erforderlichen Vorbereitungsarbeiten für die neue Verkehrsführung laufen bereits. Dazu zählen Markierungen, Beschilderungen, Montagearbeiten, die Einrichtung der Umleitung sowie die Absicherung nicht mehr nutzbarer Bereiche. Im Zuge dieser Arbeiten kann es vor der Umstellung zu temporären Verkehrsbehinderungen kommen. Die Bevölkerung wird mittels Postwurf informiert; rund 20.000 Haushalte in der Region sollen entsprechende Informationen erhalten.
FPÖ-Landesparteisekretär Andreas Bors bezeichnete den einstimmigen Beschluss im NÖ Landtag als wichtiges Signal für die Region. Die Brücke sei eine zentrale Verbindung für Pendler, Familien, Betriebe, Landwirte und den Tourismus in der Wachau. Die Kosten von 145 Millionen Euro seien erheblich, so Bors, ein Nicht-Handeln wäre langfristig jedoch teurer. Landbauer fasst das Ziel des Projekts zusammen: „Unser Auftrag ist es, eine sichere und leistungsfähige Donauquerung für Pendler, Wirtschaft, Landwirtschaft und Tourismus für die nächsten 100 Jahre sicherzustellen. Genau das setzen wir um.“







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