Derzeit berichten mehrere Nutzer, dass sie bestimmte Inhalte auf TikTok nicht mehr per Direktnachricht versenden können. Konkret betrifft dies Nachrichten, in denen der Name „Epstein“ vorkommt. Wer versucht, eine solche Nachricht abzuschicken, stößt bei einigen Accounts auf eine automatische Sperre. Anstelle der Nachricht erscheint ein Hinweis, dass der Inhalt möglicherweise gegen die Gemeinschaftsrichtlinien verstößt. Die Nachricht wird nicht versendet, „um unsere Community zu schützen“, heißt es.
Die Blockade tritt nicht bei allen Nutzern gleichermaßen auf. Während einige den Namen problemlos verschicken können, scheitert der Versand bei anderen vollständig. Diese widersprüchlichen Erfahrungen sorgten in den Sozialen Netzwerken schnell für Aufsehen und lösten Spekulationen über mögliche Zensur aus.
TikTok weist Zensurvorwürfe zurück
TikTok bestreitet, den Namen gezielt zu unterdrücken, und führt technische Probleme als Grund an. Ein Sprecher der US-Niederlassung erklärte gegenüber NPR: „Wir haben keine Regeln, die das Teilen des Namens ‚Epstein‘ in Direktnachrichten verbieten, und wir untersuchen derzeit, warum einige Nutzer Probleme haben.“ Laut TikTok passe die uneinheitliche Funktionsweise zu den bisherigen internen Analysen. Die genaue Ursache sei jedoch noch nicht abschließend geklärt.
Brisanter Zeitpunkt nach Eigentümerwechsel
Der Zeitpunkt der Vorfälle sorgt zusätzlich für Misstrauen. Erst wenige Tage zuvor hatte TikTok den Verkauf seines US-Geschäfts abgeschlossen. Ein Konsortium überwiegend amerikanischer Investoren übernahm die Kontrolle und verhinderte so ein landesweites Verbot der App aufgrund von Sicherheitsbedenken im Zusammenhang mit dem chinesischen Mutterkonzern.
Zu den führenden Investoren zählt der Technologiekonzern Oracle. Dessen Chef Larry Ellison ist ein enger Verbündeter von Präsident Donald Trump. Trumps frühere Verbindungen zum inzwischen verstorbenen verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein belasten die US-Politik seit Monaten.
Empörung auf X
Auf der Plattform X machten viele Nutzer die neuen Eigentümer für die Probleme verantwortlich. Unter dem Hashtag #TikTokCensorship häuften sich die Beschwerden.
Schließlich erreichte die Debatte auch die politische Ebene. So kündigte der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom an, den Vorfall untersuchen zu lassen. Damit steht TikTok erneut im Fokus staatlicher Aufmerksamkeit.





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