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Pubertätsblocker empfohlen: AfD fordert Abschaltung des „Regenbogenportals“

Das Regenbogenportal der deutschen Bundesregierung informiert vorpubertäre Jugendliche über die Möglichkeiten der Geschlechtsumwandlung. Ein Beitrag über Pubertätsblocker ließ die Wogen jünst besonders hochgehen.
Monika Šimić
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14.10.2022
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3 Minuten Lesezeit
Pubertätsblocker empfohlen: AfD fordert Abschaltung des „Regenbogenportals“
Bild: Beatrix von Storch (AfD) (c) metropolico.org / Screenshot Regenbogenportal (Collage: DIE TAGESSTIMME)

Berlin. – Bei vielen sorgte das Regenbogenportal der deutschen Bundesregierung in den letzten Tagen für Fassungslosigkeit und Kopfschütteln. Auf dem mit offiziellem Logo des Familienministeriums versehenen und aus Steuergeldern finanzierten Portal hieß es bis vor Kurzem nämlich noch: „Bist du noch sehr jung? Und bist du noch nicht in der Pubertät? Dann kannst du Pubertäts-Blocker nehmen. (…) Diese Medikamente sorgen dafür, dass du nicht in die Pubertät kommst.“ Hinweise zu möglichen Risiken und Nebenwirkungen waren keine zu finden. Nach heftiger Kritik wurden an dem Text zum Thema „Jung und transgeschlechtlich“ umfassende Änderungen vorgenommen.

Verbesserung zu vorheriger Version?

Seit Donnerstagvormittag heißt es dort nun vorsichtiger: „Bist du noch sehr jung? Und bist du noch nicht in der Pubertät? So kannst du deinen Arzt/deine Ärztin fragen, ob dir Pubertätsblocker vielleicht helfen könnten.“ Zu Pubertätsblockern heißt es auf dem Portal: „Diese Medikamente sorgen dafür, dass du nicht in die Pubertät kommst. Das heißt: Dein Körper entwickelt sich erst mal nicht weiter. Weder in Richtung Frau. Noch in Richtung Mann. So hast du mehr Zeit zum Nachdenken. Und du kannst in Ruhe überlegen: Welcher Körper passt zu mir?“

Portal seit 2019 online

Kritik an den Empfehlungen auf der vom Ministerium geführten Portal kamen am Mittwoch von Ex-Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU): „Pubertätsblocker sind ein großer und schwerwiegender Eingriff in die Entwicklung der Kinder. Es kann nicht sein, dass die Bundesregierung diese Medikamente empfiehlt wie Hustenbonbons!“ Zuvor hatte sie auch getwittert: „Das ist doch irre (…) Bundesregierung empfiehlt sehr jungen, unsicheren Menschen Pubertäts-Blocker.“

Fakt ist aber, dass das Portal nicht erst unter der Ampel-Regierung online ging, sondern schon im Mai 2019 veröffentlich wurde – also zu Zeiten der Großen Koalition, womit es ein Werk von CDU/SPD ist.

Scharfe Kritik kommt von der AfD

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der AfD, Beatrix von Storch, fand zum Regenbogenportal deutliche Worte. Das staatliche Regenbogenportal sei das Widerwärtigste, was es seit Langem gab. „Kinder werden ermuntert, sich chemisch zu kastrieren. In leichter Sprache. Direkt adressiert. Das ist Aufruf zu schwerer Körperverletzung“, schreibt die AfD-Politikerin auf Twitter. Ihrer Meinung nach gehöre die Familienministerin, die das zu verantworten habe, vor Gericht.

In einer Aussendung forderte sie zudem das Abschalten des Portals und ein Verbot von Pubertätsblockern und Hormonbehandlungen für Minderjährige. Der Einfluss der Trans-Lobby auf Staat und Gesellschaft sei zu einer Gefahr für die psychische und körperliche Unversehrtheit von Kindern und Jugendlichen geworden, so von Storch. „Der Staat darf sie in keiner Weise fördern oder ihr eine Plattform bieten und muss die psychische Manipulation und körperliche Schädigung von Kindern und Jugendlichen mit allen politisch und rechtlich zur Verfügung stehenden Mitteln verhindern.“