Hamburg. – Das Thalia Theater in Hamburg ist eine der am stärksten öffentlich finanzierten Bühnen der Stadt. Laut Senatsantwort auf eine Kleine Anfrage der AfD erhält das Haus jährlich mehr als 30 Millionen Euro aus öffentlichen Mitteln. Eigene Einnahmen decken dabei lediglich einen vergleichsweise kleinen Teil des Gesamtbudgets, nämlich etwa ein Fünftel. Drittmittel wie Sponsoring oder Stiftungsbeiträge spielen demnach nur eine untergeordnete Rolle. Die finanzielle Basis des Theaterbetriebs wird somit überwiegend vom Staat getragen.
Politisches Format sorgt für Diskussionen
Im Zentrum der Debatte steht aktuell auch ein mehrtägiges Veranstaltungsformat im Rahmen der Lessingtage. Unter dem Titel „Prozess gegen Deutschland“ wurde dort unter anderem ein mögliches Verbot der AfD diskutiert.
Laut Anfrage gab es begleitend dazu Hinweise auf zusätzliche Maßnahmen im Theaterbetrieb: Ein sogenanntes Awareness-Team war während der Veranstaltungen im Einsatz und sollte bei „Unwohlsein und Gesprächsbedarf“ ansprechbar sein. Zudem wurden für Mitarbeiter, die sich durch die Anwesenheit politisch Andersdenkender belastet fühlten, interne Gesprächs- und Reflexionsformate organisiert. Laut Senatsangaben entstanden für diese Maßnahmen Kosten in Höhe von rund 3.000 Euro, beispielsweise für das Awareness-Team.
Senat sieht keinen Anlass für Konsequenzen
Trotz der finanziellen Dimension und der politischen Diskussionen sieht der Hamburger Senat keinen unmittelbaren Handlungsbedarf. Weder die Förderstruktur noch einzelne Projekte des Theaters haben bislang zu Konsequenzen oder Anpassungen bei der Mittelvergabe geführt.
In diesem Zusammenhang thematisiert die Anfrage auch grundsätzliche Fragen, etwa nach der politischen Neutralität öffentlich finanzierter Kulturinstitutionen oder dem Umgang mit kontroversen gesellschaftlichen Positionen innerhalb solcher Einrichtungen.
AfD kritisiert „linkslastige Einseitigkeit“
Die AfD-Fraktion bewertet die Vorgänge deutlich kritischer. „Ein mit zweistelligen Millionenbeträgen finanzierter Kulturbetrieb organisiert politische Tribunale und schafft parallel Strukturen, um sich vor anderen Meinungen abzuschirmen – unter den Augen von Rot-Grün“, kritisiert etwa die Abgeordnete Peggy Heitmann. Wenn ein Theater mit „minimaler Eigenleistung“ und „kaum relevanten Drittmitteln“ solche Formate betreibe, sei das kein offener Diskurs mehr, sondern „staatlich geförderte linkslastige Einseitigkeit mit Steuermitteln“, so der Vorwurf. Steuergeld dürfe nicht für „ideologische Abschottung“ missbraucht werden, warnt sie.





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