Hannover. – An Hunderten Schulen in Niedersachsen liegt der Anteil von Schülern mit Migrationshintergrund bei über einem Drittel. Das geht aus einer Antwort der Landesregierung auf eine parlamentarische Anfrage des AfD-Abgeordneten Harm Rykena hervor. Demnach verzeichneten zum Stichtag, dem 28. August 2025, 286 öffentliche, allgemeinbildende Schulen eine Quote zwischen 35 und 50 Prozent. An weiteren 278 Schulen lag der Anteil zwischen 50 und 90 Prozent. 13 Schulen überschritten sogar die Marke von 90 Prozent, darunter viele Grundschulen. Berufliche Schulen sind in diesen Zahlen nur teilweise enthalten: Dort wurden vier Einrichtungen mit Werten zwischen 35 und 50 Prozent ausgewiesen.
Land bestreitet Leistungszusammenhang
In ihrer Antwort betont die Landesregierung, dass sich aus der Höhe des Anteils von Schülern mit Migrationshintergrund keine direkten Rückschlüsse auf die Leistungsfähigkeit oder die Erfüllung des Bildungsauftrags ziehen lassen. „Ein kausaler Zusammenhang zwischen der Höhe des Anteils von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund und der Realisierbarkeit des Bildungs- und Erziehungsauftrags nach § 2 Niedersächsisches Schulgesetz (NSchG) existiert nach Einschätzung der Landesregierung nicht“, heißt es in der Antwort wörtlich. Das Kultusministerium betonte zudem, dass das Kriterium „Migrationshintergrund“ für sich genommen keine pauschalen Rückschlüsse auf den individuellen Bildungsstand oder die Lernfähigkeit erlaube.
AfD spricht von Realitätsverweigerung
Der bildungspolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Harm Rykena, bewertet die Zahlen deutlich kritischer. „Wir sprechen von hunderten Schulen, in denen der Anteil von Schülern mit Migrationshintergrund deutlich über dem liegt, was selbst auf Bundesebene noch als integrationspolitisch vertretbar gilt. Dennoch behauptet die Landesregierung, ein hoher Migrantenanteil habe keinerlei Auswirkungen auf das Leistungsniveau an unseren Schulen“, so Rykena. Das sei eine These, „die von der Realität im Klassenzimmer längst widerlegt ist“. Dass die rot-grüne Landesregierung diese Entwicklungen weiterhin als „irrelevant“ oder „nicht ursächlich“ für Leistungsprobleme darstelle, sei „realitätsfern“ und gegenüber Lehrkräften, Eltern und Schülern gleichermaßen zynisch, erklärt der Abgeordnete.





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