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Gazprom: Vorrübergehend keine Gaslieferungen durch Nord Stream 1

Gazprom hat gestern wie angekündigt die Gaslieferungen nach Deutschland durch die Ostsee-Pipeline Nord Stream 1 gestoppt. Als Grund gab das Unternehmen turnusgemäße Wartungsarbeiten an. Ab Samstag soll das Gas wieder fließen.
Thomas G. Wunder
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1.9.2022
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2 Minuten Lesezeit
Gazprom: Vorrübergehend keine Gaslieferungen durch Nord Stream 1
Symbolbild: Pixabay [CC0]

Die Hoffnung auf eine höhere Auslastung der Röhre machte Gazprom-Chef Alexej Miller allerdings zunichte. Siemens Energy sei aufgrund der westlichen Sanktionen nicht in der Lage, die dafür nötigen Wartungsarbeiten vorzunehmen, zitierte die russische Nachrichtenagentur Interfax den Manager. Siemens Energy gab hingegen an, nicht für Wartungsarbeiten engagiert worden zu sein.

Der Chef der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, befürchtet, dass Russland die Liefermenge weiter reduzieren könnte. „Bislang kam nach jeder Wartung weniger Gas aus Russland, auch wenn es diesmal nicht so sein muss. Das entscheidet wohl nur Putin allein“, sagte Müller im Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung. Noch ist Deutschland auf das russische Gas angewiesen, auch wenn sich die Gasspeicher schneller füllen als erwartet. Das für den 1. September gesteckte Ziel von 75 Prozent wurde bereits vor rund zwei Wochen erreicht. Bei einem Füllstand von 90 Prozent wäre Deutschland in der Lage, zwei Wintermonate zu überbrücken.

Gazprom vermeldet Rekordgewinne

Ihr eigentliches Ziel scheinen die westlichen Sanktionen aber zu verfehlen. Dank der hohen Gaspreise hat Gazprom trotz der geringeren Liefermenge im ersten Halbjahr einen Rekordgewinn eingefahren. Das Unternehmen nannte einen Reingewinn von 2,5 Millionen Rubel. Das Geld will der Konzern Miller zufolge nutzen, um den Pipeline-Bau Richtung China voranzutreiben. Noch nimmt China nur einen Bruchteil der russischen Gasexporte ab. Überschüssiges Gas wird in Russland deshalb abgefackelt.

Mittlerweile mehren sich in Deutschland die Stimmen, die für Verhandlungen mit Russland plädieren. Zuletzt forderten beispielsweise Wolfgang Kubicki (FDP) und Sahra Wagenknecht (Linke) eine Öffnung der Pipeline Nord Stream 2.


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