Berlin. – In den vergangenen Jahrzehnten hat Deutschland hunderttausende freiwillige Ausreisen finanziell unterstützt. Eine aktuelle Antwort der Bundesregierung auf eine AfD-Anfrage zeigt jedoch, dass ein Teil der Geförderten später wieder einreist. Demnach sind mehr als 15.000 Personen zunächst durch die geförderte Rückkehr ausgereist, um dann später wieder nach Deutschland einzureisen. Dies betrifft Personen, die unter anderem über Programme wie REAG/GARP bei der Ausreise unterstützt wurden.
Neben den bundesweiten Zahlen liegen auch Beispiele aus einzelnen Ländern vor. So wird berichtet, dass seit 2023 248 Personen, die zuvor aus Brandenburg ausgereist waren, wieder nach Deutschland eingereist sind. Ähnliche Fälle wurden auch aus anderen Bundesländern gemeldet.
Millionenaufwand für freiwillige Rückkehrprogramme
Die freiwillige Ausreise wird aus öffentlichen Mitteln gefördert. Für das Programm REAG/GARP 2.0 wurden im Jahr 2024 laut Bundesregierung rund elf Millionen Euro ausgegeben und auch im Jahr 2025 wurden bislang bereits über elf Millionen Euro aufgewendet. Die Programme bestehen seit Jahrzehnten. Insgesamt wurden 700.000 geförderte freiwillige Ausreisen organisiert.
Grundsätzlich gilt: Personen, die nach einer geförderten Ausreise zurückkehren, müssen die erhaltenen Leistungen erstatten. Die tatsächlichen Rückzahlungen bleiben jedoch hinter diesen Forderungen zurück. Die Bundesregierung führt dazu Zahlen für den Bundesanteil an Rückforderungen und Rückzahlungen auf. So wurden beispielsweise im Jahr 2022 rund 260.000 Euro zurückgefordert, jedoch lediglich etwa 56.000 Euro gezahlt. Im Jahr 2023 wurden rund 255.000 Euro gefordert, von denen etwa 67.000 Euro zurückgezahlt wurden. Für die Jahre 2024 und 2025 sind bislang keine Rückzahlungen eingegangen. Als Grund werden laufende Verfahren und eingelegte Rechtsmittel genannt.
Hunderttausende Ausreisen pro Jahr
Die freiwillige Ausreise bleibt ein wichtiger Bestandteil der Migrationspolitik. Allein im Jahr 2025 wurden insgesamt 742.784 Ausreisen registriert. Die Bundesregierung weist jedoch darauf hin, dass Mehrfachausreisen möglich sind und es somit zu Doppelzählungen kommen kann. Die Auswertung zeigt zudem, dass viele der Ausgereisten sich vergleichsweise kurz in Deutschland aufgehalten haben. Ein großer Teil hielt sich demnach maximal zwei Jahre im Land auf, während deutlich weniger Personen längere Aufenthaltszeiten aufweisen.




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