In der aktuellen Debatte um das „Schwimmen für die schwarze Community“ im Berliner Kunstprojekt „Volksbad“ tritt das postkoloniale Denken hervor. Schwarze Menschen litten seit jeher unter einer behaupteten Dauerdiskriminierung, die nach einem Schutz vor weißen Menschen verlangte. Die politischen Eliten der Bundesrepublik haben sich deshalb in Kunst, Kultur sowie staatlicher Erinnerungspolitik der Aufarbeitung vermeintlicher Kolonialverbrechen verschrieben. Deutsche Kunstschaffende und Postkolonialisten versuchen, eine Verbindung zwischen der Kolonialpolitik des Kaiserreichs und dem Massenmord an den europäischen Juden zu ziehen. Das Werk Von Windhuk nach Auschwitz? von Jürgen Zimmerer legt dabei die klare Motivation der Postkolonialisten offen: Man wünscht sich einen Aufstieg in der erinnerungspolitischen Gedenkkultur der Bundesrepublik.
Das Weimer-Bürgertum fügt sich
Insbesondere die frühere Kulturstaatsministerin Claudia Roth versuchte, das Gedenken an die Opfer der Kolonialzeit in die bundesdeutsche Erinnerungspolitik zu integrieren. Ihr Ziel war es, diese als dritte erinnerungspolitische Säule, neben der Erinnerung an die Opfer der NS-Herrschaft und der DDR-Diktatur, treten zu lassen. Obwohl die deutsche Kolonialzeit in Grautönen zu zeichnen ist und Verbrechen einzelner Kolonialverantwortlicher neben positiven Errungenschaften der deutschen Kolonialverwaltung stehen, ist für die Postkolonialisten klar: Schwarze waren stets Opfer und Weiße immer Täter.
Die postkoloniale Theorie verschweigt geflissentlich, dass der innerafrikanischen Sklaverei rund 17 Millionen Menschen zum Opfer fielen, was der senegalesische Historiker Tidiane N’Diaye als „verschleierten Völkermord“ an Afrikanern durch Afrikaner wertete. Der parteilose Kulturstaatsminister und Kanzlervertraute Wolfram Weimer lehnt diese gleichwertige Stellung einer postkolonialen Erzählung in der staatlichen Erinnerungspolitik zwar ab, als Vertreter des „Bückbürgertums“ lässt er im aktuellen Kulturetat des Bundeshaushalts dennoch 500.000 Euro für die Aufarbeitung kolonialer Verbrechen veranschlagen. Und während die Deutschen seit 20 Jahren auf die Errichtung ihres Freiheits- und Einheitsdenkmals im Herzen Berlins warten müssen, befleißigt sich der Kulturstaatsminister aufgeregt, eine koloniale Gedenkstätte für vermeintliche Kolonialverbrechen zu suchen. Bremen oder Hamburg sind im Gespräch.
Die ehemalige Hansestadt Dortmund lebt ihren Schuldstolz ungehemmter aus und errichtete jüngst im Dortmunder Binnenhafen für 120.000 Euro ein Dekolonialdenkmal, welches unter den wohlwollenden Augen grüner Establishmentpolitiker und mit Black-Lives-Matter-Musik eingeweiht wurde.
Geistige Grundlagen des Postkolonialismus
Der französische Psychiater Frantz Fanon gilt als geistiger Vater der postkolonialen Theorie. Auf ihn berufen sich noch heute Sozialisten, Black-Lives-Matter-Aktivisten und Multikulturalisten.
Fanon skizzierte in seinem Werk Die Verdammten dieser Erde die Geschichte des Globalen Südens als Geschichte der Unterdrückung, Kolonisation und Ausbeutung. Die Dekolonisation dürfe nach seiner Ansicht auch keine Gewalt scheuen. Fanon träumte vom „neuen Menschen“, der nicht als „fratzenhafte und obszöne Nachahmung“ Europas gelingen könne. Nur die Dritte Welt könne die Menschheit auf eine höhere Ebene bringen. Die Verdammten dieser Erde gilt als Bibel der postkolonialen sowie postmigrantischen Befreiungsschriften. In dem französischen Sozialisten Jean-Paul Sartre fand Fanon einen geistigen Verbündeten, der die Terrorakte des algerischen FLN gegen weiße Franzosen im Zuge des Algerienkrieges begrüßte. Der Psychiater Fanon geht in seiner Kampfschrift gegen das weiße Europa sogar so weit, Morde an Weißen mit postkolonialen Traumata zu rechtfertigen.
Auch heute versuchen linke Politiker, die Gewalt, die im Zuge der Massenmigration auf dem europäischen Kontinent Einzug hielt, mit der sozialen Lage der Migranten zu rechtfertigen. Koloniale Gewalttraumata sollen Messerkriminalität und Gruppenvergewaltigungen zumindest erklärlich machen. Die Postkolonialisten wollen uns unseres kulturellen Selbstbewusstseins berauben, um Europa zu einem identitätslosen Siedlungsraum zu transformieren. Den von Schuldgefühlen zermürbten Europäern tritt eine selbstbewusste, teils freche, Zuwanderung aus Afrika und arabischen Ländern entgegen. Die Stärke des neuen Menschen soll neben seinen migrantischen Wurzeln die moralische Überlegenheit sein.
Von der postkolonialen Theorie zum antiweißen Rassismus
Hinter der postkolonialen Befreiungsideologie steckt eine tiefe Verachtung gegenüber dem Weißen. Der Weiße und seine Kultur dienen als Feindbild. Rassische Segregation, wie das Schwimmspektakel für Schwarze im „Volksbad“ ist künstlerisch-verklärte Aggression gegen die Enkel der Kolonisatoren.
Die Black-Lives-Matter-Bewegung zieht auch in Deutschland ihre Legitimation aus den Mythen von vermeintlichen kolonialen Verbrechen. Die Vertreter des Postkolonialismus werfen den weißen europäischen Völkern einen angeblichen „weißen Suprematismus“ vor. Die Kulturwissenschaftlerin Sophie Liebnitz stellt im Kaplakenband Antiweiß – Ein Kulturkampf hinsichtlich dieses Vorwurfs fest: „Tatsächlich ist die europäische Lebensweise die einzige, die auf dem gesamten Globus Spuren hinterlassen hat und die sich allen anderen Völkern und Kulturen aufgezwungen hat – genauer, es ist die einzige, der das gelungen ist.“ Schwarze Lobbygruppen wie der Berliner Verein „Each One Teach One e. V.“ erhalten Steuermillionen, um weißen Menschen ihre moralische Verdorbenheit vorzuhalten.
Staatlich forciert: Erinnerungspolitik der Schuld
Der Postkolonialismus versucht, unter dem Deckmantel der Kunst und Kultur immer mehr Raum in der öffentlichen Debatte zu gewinnen. Mittels staatlicher Förderung greifen die Postkolonialisten nach der Deutungshoheit und einem festen Platz in der Erinnerungspolitik der Bundesrepublik. Das in linken Kreisen verhasste Berliner Schloss, welches das Humboldt Forum samt ethnologischem Museum beherbergt, ziert seit einiger Zeit eine Pfeilinstallation. Mit über 100.000 Euro musste der Steuerzahler diesen Stahlpfeil, der in der Rekonstruktion des preußischen Schlosses steckt, finanzieren. Natürlich soll auch diese Kunst am Bau auf koloniale Verbrechen hinweisen.
Fast neun Millionen Euro veranschlagte der Bau des „Museum of West African Arts“ in Nigeria. Die damalige Bundesregierung wollte hier die von Baerbock und Roth restituierten Benin-Bronzen ausstellen lassen. Zur Eröffnung des Museums kam es jedoch nicht, da Anhänger des Obas von Benin, dem Nachfahren eines afrikanischen Sklavenhaltergeschlechts, welches ebenfalls Eigentumsansprüche auf die Benin-Bronzen erhebt, die Eröffnung des Museums gewalttätig verhinderten.Die Restitution von vermeintlich kolonialer Raubkunst soll als moralischer Wiedergutmachungsakt verstanden werden – selbst wenn es sich bei den Kunstgegenständen und Artefakten, wie den Benin-Bronzen, überhaupt nicht um Raubkunst handelt.
Ein weiteres Museum wurde im Sudan geplant, welches unter Schirmherrschaft der Stiftung Preußischer Kulturbesitz die Sudan-Expedition Leni Riefenstahls in der frühen Bundesrepublik aufarbeiten sollte. Riefen-stahl hatte bei ihrer Afrikareise ästhetische Bilder von Alltagsszenen des Volkes der Nuba angefertigt, was heute wahnhaft als Fortführung postkolonialer Verbrechen eingestuft wird. Die Bildreihen Riefenstahls hätten die Würde der Fotografierten verletzt, beklagen heute zumindest die Enkel. Die Bundesrepublik folgte auch diesem Zug am Nasenring und finanzierte die Aufarbeitung dieser künstlerischen Expedition mit über einer Million Euro. Nur der Bürgerkrieg im Sudan verhinderte den Bau eines weiteren steuerfinanzierten Museums in Afrika.
Initiativen wie „Decolonize Berlin“, die die Umbenennung der Mohrenstraße vorantrieben, geben sich der Lächerlichkeit preis, wenn sie nun auch noch die Neubenennung in „Anton-Wilhelm-Amo-Straße“ ablehnen, weil es sich bei dem afrikanischen Gelehrten um einen Sohn afrikanischer Sklavenhändler handelte.
In Berlin versucht man „Stolpersteine“ für vermeintlich verfolgte Afrikaner zu errichten und die Kolonialgeschichte als Vorläufer der NS-Verbrechen einzuordnen. Im gesamtstädtischen Erinnerungskonzept des Landes Berlin „Kolonialismus Erinnern“ wird sogar gefordert, regierungsseitig einen weiteren vermeintlichen Genozid, den Maji-Maji-Krieg (1905–1907), anzuerkennen. Der Leiter des Projekts „Erinnerungsort Kolonialismus“ bei der Stiftung Stadtmuseum Berlin, Ibou Diop, fordert Mahnmäler für diese vermeintlichen Kolonialverbrechen.
Widerstand gegen postkoloniale Mythen
Inzwischen decken immer mehr Intellektuelle auf, wie in unseren Museen gelogen wird. Ethnologische Museen werden zu Propagandazentren postkolonialer Mythen umgebaut. Mathias Brodkorb, Bruce Gilley, Egon Flaig und Michael Klonovsky stellen sich dieser ideologischen Aufladung der Kolonialforschung entgegen.
Gegen die Verbreitung postkolonialer Lügen regte sich auch jüngst in Köln Widerstand. Das Rautenstrauch-Joest-Museum wurde über Jahre von der überzeugten Postkolonialistin Nanette Snoep als Direktorin geleitet und im Sinne des Postkolonialismus umgestaltet. Neben Kunst und Kultur aus fernen Regionen der Welt mussten sich die Besucher des Völkerkundemuseums fortan auch in Fragen des Klimaschutzes, des Ukrainekrieges und der Mehrgeschlechtlichkeit belehren lassen. Schulklassen wurden durch eine „resistance library“ an die Standardliteratur der Black-Lives-Matter-Bewegung herangeführt, in der auch Workshops zum Multikulturalismus ausgerichtet wurden. Hieran übte die Kölner Museumsgesellschaft starke Kritik und der Kölner Stadtrat verlängerte das Anstellungsverhältnis der Direktorin nicht.
Die Kolonialgeschichte Europas ist nicht nur schwarz-weiß zu zeichnen. Unsere Vergangenheit ist keine Verbrechensgeschichte. Unser historisches Erbe verlangt nach einer differenzierten Betrachtung. Erinnerungspolitisch darf die Kolonialgeschichte Deutschlands und Europas nicht zu einem Werkzeug der politischen Linken werden, welches mittels Schuldvorwürfen den europäischen Selbstbehauptungswillen schwächt. Identitär-patriotische Kultur- und Erinnerungspolitik muss sich dieser Vereinnahmung entgegenstellen und dafür Sorge tragen, dass unsere Museen nicht zum Hort der historischen Lüge verkommen. Wir brauchen eine Kulturpolitik, die uns stärkt. Dann werden Europas Völker eine Zukunft haben.






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