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Rassismus-Debatte: „Café Mohrenkopf“ bleibt!

Das Café Mohrenkopf wird seinen Namen nicht ändern. Trotz Kritik aus dem Internet bleibt der Wirt standhaft.
Redaktion
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23.8.2022
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2 Minuten Lesezeit
Rassismus-Debatte: „Café Mohrenkopf“ bleibt!
Im Visier der „Political Correctness“: das Café Mohrenkopf in Ingolstadt. Bild: Screenshot Facebook / Café Mohrenkopf

Ingolstadt. – Das Café Mohrenkopf in Ingolstadt sorgt für Aufregung. Kritiker halten den Namen des Cafés für „diskriminierend“ und „rassistisch“ und platzierten deshalb negative Bewertungen auf Google. Dem Wirt reichte es nun. In einem Facebook-Beitrag machte er seinem Ärger über die schlechten Bewertungen Luft: „Echt jetzt? Das nervt mich. Und zwar gewaltig!“ Die Leistung werde von einigen, die „nie im Café waren, schlecht bewertet, weil der Name unangebracht ist“. Man solle die negativen Dinge lieber an ihn und nicht an seine Mitarbeiter richten. „Schließlich bin ich der Böse“, schrieb der Wirt. Zugleich stellte er klar: „Und zum Xten Mal: DER NAME BLEIBT!!!!“

Das Facebook-Posting wurde bereits zum viralen Hit und der Wirt erhielt dabei viel Zuspruch: Knapp 170.000 Personen drückten auf „Gefällt mir“ . Außerdem finden sich bereits fast 30.000 Kommentare unter dem Beitrag.

Diskussion um „rassistische“ Begriffe

Immer wieder kommt es zu Diskussionen um die Verwendung des Begriffs „Mohr“ bei Brauereien, Apotheken und Restaurants. Ein besonderer Fall ist das Restaurant „Zum Mohrenkopf“ in Kiel: Das Lokal wird nämlich vom gebürtigen Afrikaner Andrew Onuegbu geführt, der den Namen öffentlich verteidigt. “Ich bin als Mohr auf die Welt gekommen und stolz darauf”, sagte er den Kieler Nachrichten. Für ihn ist der Begriff „Mohr“ auch nicht rassistisch behaftet. Im Gegenteil: „Der Mohrenkopf war im Mittelalter eine Auszeichnung für gutes Essen“, erklärt Onuegbu. Deshalb habe er den Namen auch bewusst ausgewählt, als er 2007 das Lokal eröffnete: „Mohren sind als gute Köche und Mediziner bekannt.“

In der gesamten Debatte um angeblich rassistische Begriffe vertritt er eine klare Haltung: “Ich möchte als Schwarzer nicht erklärt bekommen, wann meine Gefühle verletzt werden. Das ist auch eine Form von Rassismus.”


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