St. Pölten. – Für tausende Niederösterreicher beginnt der Arbeitstag am Bahnsteig, aber dort heißt es immer öfter warten, hoffen und improvisieren. Verspätungen, Zugausfälle und verpasste Anschlüsse sorgen auf Südbahn, Franz-Josefs-Bahn, Westbahn, Nordwestbahn und Ostbahn regelmäßig für Ärger. Verkehrslandesrat LH-Stellvertreter Udo Landbauer fordert deshalb von der ÖBB-Führung einen Kurswechsel und „keine Ausreden mehr“.
Neuer Fahrplan soll Verlässlichkeit bringen
Der neue österreichweite Fahrplan tritt am 13. Dezember in Kraft. Für Landbauer muss er vor allem Verlässlichkeit bringen. „Der neue Fahrplan ist ein Versprechen der ÖBB an tausende Pendler und Familien in Niederösterreich. Ich erwarte mir, dass Verspätungen und Ausfälle nun ein Ende haben und unsere Landsleute endlich wieder Vertrauen in den ÖBB-Schienenverkehr aufbauen können“, stellt er klar. Denn die Probleme sind für die Betroffenen unmittelbar spürbar. Eine kurze Verspätung kann dazu führen, dass der Anschlusszug weg ist und aus wenigen Minuten schnell eine halbe Stunde oder mehr wird. Für Arbeitnehmer, Schüler und Eltern ist das keine lästige Kleinigkeit, sondern eine konkrete Belastung im Alltag.
Und an fehlenden Milliarden könne es nicht liegen. Der ÖBB-Rahmenplan 2027 bis 2032 sieht 19,5 Milliarden Euro für die Schieneninfrastruktur vor, rund 8,86 Milliarden davon für Qualität und Stabilität. Niederösterreich stellt heuer rund 114 Millionen Euro für Schienenverkehrsleistungen bereit und investiert zusätzlich rund 30 Millionen Euro jährlich in Infrastrukturmaßnahmen für den Nahverkehr. Landbauers Botschaft an die ÖBB-Führung ist daher klar: Entscheidend sei nicht, wie viel Geld auf dem Papier investiert werde, sondern was beim Fahrgast ankomme.
Rasche Informationen bei Störungen gefordert
Auch bei unvorhersehbaren Ereignissen wie der jüngsten Sperre der Südstrecke nach einer Entgleisung müsse die Information rasch und transparent erfolgen. „Und nicht erst nach dem dritten Nachfragen am Bahnsteig“, kritisiert Landbauer. Für ihn ist der neue Fahrplan damit ein Lackmustest für die ÖBB. „Eltern müssen sich darauf verlassen können, dass sie ihre Kinder rechtzeitig aus Schule und Kindergarten abholen können, Arbeitnehmer müssen pünktlich am Arbeitsplatz ankommen. Dafür braucht es Verlässlichkeit und keine Ausreden“, so Landbauer.
Der Maßstab sei letztlich denkbar einfach: Der Zug muss fahren, pünktlich sein und der Anschluss muss funktionieren. „Ich erwarte mir von den ÖBB, dass der neue Fahrplan nicht nur am Papier gut aussieht, sondern im Alltag bezüglich Pünktlichkeit und Anschlusssicherheit auch wirklich funktioniert. Die Niederösterreicher haben sich das verdient.“ Denn wer Milliarden in die Bahn investiere, dürfe den Pendlern am Ende nicht erklären müssen, warum der Zug trotzdem nicht kommt.







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