Paris. – Aktuellen Umfragedaten zufolge wächst in Frankreich die Überzeugung, dass sich die Bevölkerungsstruktur des Landes grundlegend verändert. Eine Mehrheit der Bürger ist der Ansicht, dass ein „Großer Austausch“ stattfinde, wie GB News berichtet. Damit ist eine demografische Verschiebung infolge von Zuwanderung aus Nicht-EU-Staaten gemeint.
60 Prozent äußern Sorge
Daten des Meinungsforschungsinstituts CSA zeigen, dass rund 60 Prozent der Befragten diese Entwicklung als Realität betrachten. Die Sorge über Tempo und Ausmaß der Migration ist dabei weitgehend über Altersgruppen und politische Lager hinweg verbreitet. Zwar äußern ältere Menschen diese Einschätzung häufiger, doch auch unter den jüngeren Befragten ist sie weit verbreitet. Insbesondere Anhänger des rechtsgerichteten Rassemblement National, das inzwischen von Jordan Bardella geführt wird, betrachten dies als zentrale Herausforderung. Allerdings teilen auch Teile des linken politischen Spektrums diese Bedenken.
Unabhängig von ihrer politischen Orientierung sind seit Jahren die meisten Befragten der Ansicht, dass zu viele Migranten im Land leben. Als Hauptgründe werden die Belastung öffentlicher Dienste, kulturelle Veränderungen sowie Schwierigkeiten bei der Integration genannt.
Zuwanderung aus Nicht-EU-Staaten nimmt weiter zu
Trotz wachsender Kritik ist die Zuwanderung nach Frankreich in den vergangenen zehn Jahren weiter gestiegen. Die meisten Zuwanderer kommen aus Nordafrika, Subsahara-Afrika und dem Nahen Osten. Seit 2014 ist die Zahl der im Ausland geborenen Menschen um mehr als 20 Prozent auf rund 9,3 Millionen gestiegen, was etwa 14 Prozent der Gesamtbevölkerung entspricht. Laut der OECD erreichte die Zahl der langfristigen Zuzüge im Jahr 2024 fast 300.000. Allein im Jahr 2025 wurden rund 380.000 erste Aufenthaltstitel an Nicht-EU-Bürger vergeben. Die Hauptgründe waren Studium, Familiennachzug sowie humanitäre Programme.
Die anhaltend hohe Nettozuwanderung gleicht die sinkenden Geburtenzahlen der einheimischen Bevölkerung zunehmend aus. Dies führt in der Summe zu einer spürbaren demografischen Veränderung und rückt das Thema Migration stärker denn je ins Zentrum der politischen Debatte.
Auch in Großbritannien wächst die Sorge vor Migration
Ein ähnliches Stimmungsbild zeigt sich im Vereinigten Königreich. Dort hat Migration aus Nicht-EU-Staaten die Bevölkerungsentwicklung der letzten Jahre maßgeblich geprägt. Im Jahr 2023 erreichte die Nettozuwanderung mit 944.000 Menschen einen Höchststand, bevor sie bis Mitte 2025 auf 204.000 zurückging. Dennoch stellen Nicht-EU-Bürger weiterhin den Großteil der Zuwanderer. Laut einer Ipsos-Umfrage sehen 50 Prozent der Briten Migration als eines der wichtigsten Probleme an, während 30 Prozent sie sogar als das drängendste Thema überhaupt bezeichnen – noch vor wirtschaftlichen Fragen. Auch das britische Statistikamt ONS berichtet, dass rund 60 Prozent der Erwachsenen Migration als bedeutendes nationales Thema einstufen – ein deutlicher Anstieg gegenüber etwa 40 Prozent im Jahr 2022.






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