Meinung der anderen: Krawall kann er
Bei Herbert Kickl ist man sicher, dass Medien im Mainstream wissen, dass sie mit dem designierten Bundesparteiobmann das haben, was sie von Freiheitlichen wollen: etwas zum Ablehnen.
Bei Herbert Kickl ist man sicher, dass Medien im Mainstream wissen, dass sie mit dem designierten Bundesparteiobmann das haben, was sie von Freiheitlichen wollen: etwas zum Ablehnen.
Wenn die gesamte Nomenklatura in Österreich einem gackernden Hühnerstall gleicht, wenn die Quacksalber der Nation in einer unverhohlen konzertierten Aktion die FPÖ in den Umfragen gen Keller absacken lassen, wenn sich Journalisten, wie politische Mitbewerber gleichermaßen einhängen und auf den neuen FPÖ-Chef einschießen. Ja dann haben die Freiheitlichen alles richtig gemacht und die Ära der lähmenden Nettigkeit spät aber doch auf den Komposthaufen der parteiinternen Geschichte verfrachtet.
Es ist alles nur geklaut: Standpunkte, Rhetorik – und damit auch die Wähler. Die Volkspartei, die sich in der ominösen „Mitte“ verortet, hat keine Ideologie. Sie bezieht ihre Macht aus unzähligen verhaberten Bünden. Bei den Inhalten bedient sich die türkise Copycat aber bei den Mitbewerbern. Auf denen der Freiheitlichen segelten sie ins Kanzleramt, weshalb für die FPÖ nur gelten kann: Zurück zu den Wurzeln, unsere Werte sind nicht verhandelbar.
Das Kapitel der leidigen Doppelspitze ist endlich abgeschlossen. Sie war von Anfang an eine Fehlkonstruktion. Nach dem Rückzug von Norbert Hofer herrscht wieder Klarheit über die Linie, Ausrichtung und Strategie der Partei. Die FPÖ ist sowohl für ihre Sympathisanten und potenziellen Wähler als auch für ihre politischen Gegner wieder klar einzuordnen. Sie hat mit Herbert Kickl einen für alle erkennbaren politischen USP bekommen.
Aktuell kocht wieder einmal eine Identitären-Debatte in den Medien hoch. Der designierte FPÖ-Chef Herbert Kickl wurde von PULS4 und Der Standard zur rechten Aktivistengruppe befragt. Die ÖVP tobt, weil Kickl die Identitären als rechte NGO bezeichnet, mit der es auch inhaltliche Schnittmengen gebe. In der gesamten Debatte nicht zu Wort kommt hingegen Identitären-Chef Martin Sellner. Im folgenden Gastbeitrag für die TAGESSTIMME äußert sich Sellner über FPÖ-Chef Kickl und notwendige Reformen in der Partei:
Was wurde nicht in den letzten Wochen sorgenvoll über die so schädliche Verengung der FPÖ unter dem fürchterlichen Gottseibeiuns Herbert Kickl geschrieben. In dramatischen Worten wurde die Wählerendzeit für die Freiheitlichen ausgerufen, weil jetzt sei die FPÖ, man stelle sich das vor, rechts und mit Kickl werde ein sozial-patriotischer Kurs gefahren, der anderen Parteien nicht mehr passe.
Mit ihrem Vorstoß, das heimische Staatsbürgerschaftsrecht empfindlich aufweichen zu wollen, sorgte die SPÖ am Mittwochmorgen für Wirbel. Gar nicht anfreunden mit den Plänen der Genossen können sich insbesondere freiheitliche Spitzenpolitiker.
Herbert Kickl ist in dieser Woche zum neuen designierten FPÖ-Chef gewählt worden. Im TAGESSTIMME-Interview spricht er über seine Ziele, den Protest gegen die Regierung und das Verhältnis zur ÖVP.
Das FPÖ-Präsidium hat nach dem Rücktritt von Norbert Hofer über die Nachfolge des FPÖ-Bundesparteiobmann beraten.
Der Historiker Lothar Höbelt erklärt in seinem Gastkommentar für die TAGESSTIMME, warum Herbert Kickl seiner Ansicht nach nicht der neue Bundesparteiobmann der FPÖ werden sollte.