London. – Mit einem Paukenschlag ist in Großbritannien eine neue politische Kraft auf der Bildfläche erschienen. Der bisherige Parteilose Rupert Lowe hat seine Bewegung „Restore Britain“ offiziell in eine eigenständige Partei umgewandelt und angekündigt, bei der nächsten Parlamentswahl antreten zu wollen. Bereits wenige Stunden nach ihrem offiziellen Start sorgt die Formation für Aufsehen. Laut einer ersten Umfrage bewegt sich „Restore Britain“ bereits bei zehn Prozent und damit auf dem Niveau der Liberaldemokraten.
Bruch mit Reform UK und Neugründung als Partei
Die Gründung erfolgte rund ein Jahr nach Lowes Austritt aus Reform UK. Damals standen Mobbingvorwürfe im Raum, die er zurückwies. Nun erklärt er, er habe „keine andere Wahl“ gehabt, als seine Initiative in eine eigenständige Partei zu überführen. Die Bewegung war zuvor vor allem durch eine unabhängige Untersuchung zu sogenannten Grooming-Gangs bekannt geworden. Lowe betonte, dass dieses Projekt seine politische Haltung maßgeblich geprägt habe. Die Untersuchung sei nur entstanden, „weil das politische System selbst nicht gehandelt habe“.
In einem Beitrag, den er am Sonntag auf Facebook geteilt hat, gab er auch Einblick in seine migrationspolitischen Pläne. Er kündigte an, nicht nur die Masseneinwanderung stoppen, sondern auch bereits erfolgte Einwanderung rückgängig machen zu wollen. „Restore Britain“ werde bei Abschiebungen „kompromisslos“ vorgehen, so Lowe. Seine Partei werde nicht „tatenlos zusehen, wie unser Land vor unseren Augen ausgelöscht wird“. Man werde handeln.
Klare Abgrenzung vom politischen Establishment
In einem Video zur Parteigründung kündigte Lowe zudem einen radikalen personellen Neuanfang an. In seiner neuen Partei werde es weder „gescheiterte Minister“ noch Personen geben, die „von den Fehlern der Vergangenheit befleckt“ seien – eine deutliche Spitze gegen die Überläufer aus den Reihen der Konservativen zur Reformpartei.
Für die nächste Unterhauswahl kündigte er eine breite Kandidatenliste an: Seine Partei werde „hunderte qualifizierte Kandidaten außerhalb des bestehenden politischen Establishments“ aufstellen. Es handele sich dabei allerdings nicht um Berufspolitiker, sondern um Männer und Frauen, „die in ihren eigenen Bereichen erfolgreich waren und ein besseres Großbritannien liefern wollen.“ Damit verspricht Lowe einen Politikstil, der sich bewusst vom etablierten Betrieb absetzt. „Das wird eine völlig andere Art sein, Politik zu machen. Restore Britain wird die nationale Dachorganisation sein und mit lokalen Parteien zusammenarbeiten, um lokale Prioritäten für die lokale Bevölkerung umzusetzen.“
Rückenwind erhält die Partei aus prominenter Richtung. Bereits als Bewegung erhielt „Restore Britain“ Unterstützung von Tech-Milliardär Elon Musk. Am Wochenende forderte er seine Anhänger dazu auf, der neuen Partei beizutreten, da Lowe der Einzige sei, der es tatsächlich machen werde.





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