Stuttgart. – Die Landtagswahl in Baden-Württemberg hat interessante Verschiebungen im Wahlverhalten religiöser Gruppen offenbart. So bleiben Bündnis 90/Die Grünen besonders unter konfessionslosen Wählern stark, während sich bei muslimischen Wählern neue politische Tendenzen zeigen – darunter auch eine wachsende, wenn auch noch kleine, Unterstützung für die AfD.
Muslime nicht mehr nur bei linken Parteien
Wie Wahltagsbefragungen der Forschungsgruppe Wahlen zeigen, gibt es deutliche Unterschiede zwischen den religiösen Gruppen. Unter den katholischen Wählern lag die CDU mit 38 Prozent (plus zehn) klar vorne. Bei Protestanten erreichte sie 30 Prozent (plus sechs), bei Konfessionslosen hingegen nur 20 Prozent (plus vier).
Unter muslimischen Wählern verteilt sich die Unterstützung anders. Hier lagen die SPD mit 20 Prozent (minus 14) und die Linke mit 17 Prozent (plus neun) zwar weiterhin vorne. Doch auch andere Parteien spielen eine Rolle: Die CDU (± null) und Bündnis 90/Die Grünen (minus neun) erreichten jeweils 16 Prozent, die AfD kam auf acht Prozent (plus drei). Damit zeigt sich, dass diese Wählergruppe nicht mehr ausschließlich linken Parteien zuneigt. Inzwischen erreicht auch die AfD einen Teil muslimischer Stimmen.
Grüne stark bei Konfessionslosen
Besonders deutlich wird der Gegensatz bei konfessionslosen Wählern. Hier konnten die Grünen mit 37 Prozent (plus drei) das beste Ergebnis erzielen. In religiös geprägten Gruppen fällt ihre Unterstützung hingegen deutlich geringer aus. Die SPD blieb hingegen bei konfessionellen Wählern insgesamt schwach. So erreichte sie unter Katholiken lediglich fünf Prozent (minus fünf) und unter Protestanten sechs Prozent (minus sechs).




Kommentare
Sei der Erste, der einen Kommentar hinterlässt!