Obwohl sich seit einigen Monaten die Schlagzeilen mit jeweils neuen Höchstwerten für die Alternative für Deutschland in repräsentativen Umfragen überschlagen, so ist die deutsche Universität dennoch ein politisch für die einzige Oppositionspartei der Bundesrepublik fast unerreichbares Milieu. Die Problemstellung ist dabei eigentliche eine altbekannte, denn das junge und urbane Spektrum, welches die deutschen Hochschulen seit jeher dominiert, ist spätestens seit der Kulturrevolution der 68er Generation ideologisch streng auf Linie des linksliberalen Zeitgeistes. Das hier politischer Handlungsbedarf besteht, hat der AfD-Bundestagsabgeordnete und Burschenschafter Dr. Christoph Birghan schon vor einigen Jahren erkannt, als er mit dem Deutschen Akademikerverband die jüngste profiliert rechte Organisation mit klarem Bezug zur deutschen Hochschulpolitik gegründet hat.
Für ein 68‘ von rechts
Unter der Fragestellung „Ist ein ‚68‘ von rechts machbar?“ lud der Deutsche Akademikerverband am vergangenen Samstag in die Räumlichkeiten des Deutschen Bundestages ein. Ziel war es, die aktuelle hochschulpolitische Lage zu analysieren und tragfähige Konzepte zu entwickeln, wie sich diese ändern ließe. Die im Vorlauf auch medial beworbene Veranstaltung stieß dabei auf erkennbare Resonanz: Etwa 40 Studenten versammelten sich gegen 9 Uhr früh vor den Toren des Reichstagsgebäudes.
Lösungen statt Gerede
Dass die Frage nach einer hochschulpolitischen Zukunft von rechts die Gemüter im gesamten Bundesgebiet angeht, ließ sich dabei schon an der Teilnehmerschaft absehen. Interessenten kamen keineswegs nur aus der Hauptstadt, sondern auch aus dem Saarland, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein. Nach einem einstündigen Referat auf der Zuschauertribüne des Plenarsaals, welches – vorgetragen von einer selbstbewussten Ur-Berlinerin – die Gepflogenheiten des parlamentarischen Betriebs und die Architektur des Reichstagsgebäudes erklärte, zog die Gruppe um Dr. Birghan in die Räumlichkeiten der AfD-Bundestagsfraktion. Dort machte der Obmann des Deutschen Akademikerverbandes schon während seiner einführenden Rede deutlich, dass es ihm keinesfalls nur darum gehe, die aus rechter Perspektive desolate Situation im akademischen Lehrbetrieb nur erneut durchzusprechen – eher sei es der Zweck der Veranstaltung, konkrete Handlungsansätze zu erarbeiten. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde war es dann allerdings erstmal an der Zeit für ein kleines Mittagsessen im Regierungsbezirk.
Vorträge: Verwaltung, Aktion, Planung
Nach der Stärkung ging es dann am Nachmittag mit dem inhaltlichen Programm los. In drei breit gefächerten Vorträgen referierten neben dem habilitierten Germanisten und ehemaligen Professoren Ulrich Fröschle die AfD-Politiker und Burschenschafter Martin Kohler und Kevin Dorow. Die Ausführungen streiften dabei sehr unterschiedliche Themen: Neben einer umfassenden Darlegung der komplexen Struktur der universitären Selbstverwaltung wurde von eigenen Erfahrungen aus Versuchen der politischen Agitation an den Hochschulen berichtet sowie politisch grundsätzliche Perspektiven auf die Chancen und Möglichkeiten hinsichtlich der Gründung einer AfD-Hochschulliste dargeboten. Die hochschulpolitische Großwetterlage wurde dabei immer wieder übereinstimmend als jeglicher rechten Option gegenüber überaus feindlich gesinnt benannt. Aber die Referenten boten alle auch je eigene Ansatzpunkte, von denen aus ein politisches Agieren unter rechten Vorzeichen an den Universitäten denkbar wurde.
Was tun?
Die aus den Vorträgen samt rahmenden Diskussionen gewonnenen Erkenntnisse wurden schließlich in einer abschließenden Diskussion unter der Fragestellung „Was tun?“ klar herausgestellt und verdichtet. Einigkeit herrschte hierbei hinsichtlich der Tatsache, dass die Möglichkeiten der Einflussnahme an den deutschen Hochschulen noch weitaus mehr Potential hätten, als von konservativer Seite bisher realisiert wurde. Zwar könne man nur schwerlich von einzelnen Studenten verlangen, auf eigene Faust eine völlig neue hochschulpolitische Bewegung gegen die enormen Widerstände ins Leben zu rufen – dennoch sei die konsequente Vernetzung konservativer und rechter Akademiker sowohl während als auch nach Abschluss des Studiums eine wichtige und bisher vernachlässigte Angelegenheit. Über ein solches Netzwerk, wie es der Deutsche Akademikerverband anstrebt, sollten dann konkrete Ideen hinsichtlich einer flächendeckenden und nachhaltigen hochschulpolitischen Aktivität erarbeitet werden. Das Vorgehen müsse allerdings arbeitsteilig sein: Die Studenten vor Ort bräuchten unbedingt Ansprechpartner mit parteipolitischer Erfahrung und Aussicht auf finanzielle und insbesondere organisatorische Unterstützung. Zudem bedürfe es an mehr Initiativen, welche die politische Schulung junger Studenten zum Ziel haben – nur so könne ein notwendiger Kontrapunkt zur allgegenwärtigen Indoktrination an den Universitäten geschaffen werden. Auch in diesem Bereich sah man ein Feld, welches der Deutsche Akademikerverband perspektivisch bespielen könne. Sofern die umrissene Zusammenarbeit über die Alters- und Einkommensklassen hinweg gelingt – so der abschließende Tenor –, könnte das sicherlich auch an den Universitäten vorhandene Klientel von rechten Studenten jenseits der Burschenschaften aktiviert und in eine einheitliche Organisation überführt werden.
Zum Schluss der Veranstaltung machte Christoph Birghan in seiner Rolle als Obmann des Akademikerverbandes noch deutlich, dass er die Sitzung vor allem als Aufschlag zu weiteren Vernetzungstreffen verstehe. In diesem Sinne sei an dieser Stelle auf die Netzpräsenz des Deutschen Akademikerverbandes (Deutscher Akademikerverband – Deutscher Akademiker Verband) verwiesen. Wer Interesse daran hat, dass die deutsche Universität nicht ihrem unwürdigen Schicksal in den Händen der linken Ideologen überlassen wird, möge sich melden!



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