US-Präsident Donald Trump hat die NATO erneut scharf kritisiert und damit Spekulationen über einen möglichen Rückzug der Vereinigten Staaten aus dem Bündnis angeheizt. Nach einem vertraulichen Treffen mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte bekräftigte Trump seine Unzufriedenheit öffentlich.
Sinngemäß erklärte er, dass weder die Verbündeten noch die eigene Regierung etwas verstehen würden, ohne Druck auszuüben. Zuvor hatte er bereits betont, die NATO habe den USA nicht geholfen, als sie gebraucht wurde, und werde auch nicht helfen, wenn sie wieder gebraucht wird. Hintergrund seiner Verärgerung ist insbesondere die ausbleibende Unterstützung der Bündnispartner im Konflikt mit dem Iran. Beobachter befürchten, dass Trump einen Austritt der USA aus dem Militärbündnis ernsthaft prüfen könnte.
Rückzug aus NATO wegen Israel-Türkei-Konflikt?
Parallel dazu berichteten US-Medien, Trump erwäge, unkooperative NATO-Staaten zu bestrafen. Demnach könnten amerikanische Truppen aus bestimmten Ländern abgezogen werden. Ein vollständiger Austritt aus der NATO wäre zwar politisch deutlich schwieriger durchzusetzen, doch allein die Drohkulisse sorgt bereits für erhebliche Unruhe innerhalb des Bündnisses.
Für besondere Brisanz sorgten nun auch die Aussagen des ehemaligen US-Terrorabwehrchefs Joe Kent. Der MAGA-nahe Insider widersprach der Darstellung, ein NATO-Austritt diene der Vermeidung internationaler Konflikte. Stattdessen erklärte er, die USA könnten das Bündnis verlassen, um sich auf einen möglichen Konflikt im Nahen Osten vorzubereiten. „Wir werden die NATO verlassen, damit wir uns auf die Seite Israels stellen können, wenn die Türkei und Israel schließlich in Syrien aufeinandertreffen“, schrieb er auf X. Damit deutete Kent auf ein geopolitisches Szenario hin, in dem Washington nicht mehr an die Beistandspflicht gegenüber dem NATO-Mitglied Türkei gebunden wäre.
Im Zentrum dieser Überlegungen steht Syrien. Nach dem Sturz des Präsidenten Baschar al-Assad ringen mehrere Akteure um Einfluss. Während die Türkei offenbar auf einen stabilen Staat unter eigener Kontrolle setzt, bevorzugt Israel laut Beobachtern eine Zersplitterung des Landes. Kent kritisierte die US-Politik im Nahen Osten grundsätzlich und erklärte: „Es ist an der Zeit, aufzuhören, gleichzeitig Brandstifter und Feuerwehrmann im Nahen Osten zu spielen. Es lohnt sich einfach nicht.“
Kent selbst war im März von seinem Posten zurückgetreten. Als Grund gab er an, er könne den Kriegskurs gegenüber dem Iran nicht mit gutem Gewissen unterstützen. Trump reagierte darauf mit deutlicher Kritik: „Ich habe immer gedacht, er sei ein netter Kerl, aber ich habe auch immer gedacht, er sei schwach in Sicherheitsfragen.“ Und weiter: „Es ist gut, dass er weg ist, weil er gesagt hat, der Iran sei keine Bedrohung.“





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