Wien. – Der jüngste Neuzugang im österreichischen Nationalteam sorgt nicht nur sportlich, sondern auch wegen seiner Sprachkenntnisse für Aufmerksamkeit. Carney Chukwuemeka, der erst seit Kurzem für Österreich spielt, steht aktuell unter anderem wegen seiner eingeschränkten Deutschkenntnisse im Fokus. Der 22-Jährige wurde zwar in Wien geboren, verbrachte aber den Großteil seines Lebens in England, wo er verschiedene Nachwuchsteams durchlief. Erst vor wenigen Wochen wurde sein Verbandswechsel bekannt.
„Ich spreche Deutsch, ein bisschen“
Schon vor seinem ersten Einsatz machte Chukwuemeka deutlich, dass seine Deutschkenntnisse begrenzt sind. In einem ORF-Interview erklärte er schlicht: „Ich spreche Deutsch, ein bisschen“. Gleichzeitig stellte er klar: „Aber ich lerne.“ Nach seinem ersten Auftritt zeigte sich zumindest, dass er bereits einige österreichische Redewendungen beherrscht. Mit einem spontanen „Oida, bist deppat?” brachte er seine Emotionen zum Ausdruck, anschließend wurde jedoch auf Englisch weitergeredet.
Teamchef Ralf Rangnick sieht in der Sprachbarriere ein strukturelles Problem und richtet dabei den Blick insbesondere auf die Vereine. „Das muss im Interesse der Klubs liegen. Sie sollten darauf achten, dass regelmäßig Deutschunterricht stattfindet“, betonte er in Richtung Chukwuemekas Klub Borussia Dortmund. Dabei verwies Rangnick auf eigene Erfahrungen aus früheren Stationen und deutete an, dass es bei Chukwuemekas aktuellem Verein Verbesserungsbedarf gebe: „Ich will das nicht als Kritik verstanden wissen, aber ich war schon überrascht. In Leipzig oder Hoffenheim war das Pflicht – dreimal pro Woche Deutschunterricht. Wer fehlte, wurde behandelt, als hätte er das Training versäumt.“
Kommunikation im Team aktuell auf Englisch
Trotz der sprachlichen Hürden scheint Chukwuemeka im Teamalltag zurechtzukommen. Rangnick relativierte die Situation und erklärte: „Für solche Jungs ist das nicht einfach. Englisch funktioniert überall, auch bei uns im Team kommt er damit gut zurecht.“ Zur Unterstützung wird aktuell intern improvisiert. Ein Betreuer hilft bei Übersetzungen und es existiert eine Sammlung wichtiger Begriffe, um die Verständigung zu erleichtern.





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