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Gesellschaft

Das Letzte (40): Eine verschwindende Generation

Mit dem Verschwinden der Kriegsgeneration drohen auch ihre persönlichen Erinnerungen an Flucht, Vertreibung und die Nachkriegszeit unwiederbringlich verloren zu gehen.

Martin Lichtmesz
Von
Sudetendeutsche auf dem Weg zum Bahnhof im böhmischen Modranz, von wo aus sie 1946 nach Deutschland zwangsausgesiedelt wurden.
Sudetendeutsche auf dem Weg zum Bahnhof im böhmischen Modranz, von wo aus sie 1946 nach Deutschland zwangsausgesiedelt wurden. (Bild: IMAGO / CTK Photo)

Wie viele andere, die im rechten Spektrum gelandet sind, hat mich die Frage nach der „Vergangenheitsbewältigung“ zu Beginn meines politischen Engagements außerordentlich stark beschäftigt. So nannte man früher jenen Komplex aus instrumentalisierter Geschichtsschreibung und -deutung, der von den heutigen Rechten mit dem Begriff „Schuldkult“ ins Visier genommen wird. Wer in den lang verflossenen, insgesamt eher bleiernen Jahren vor 2015 „dabei“ war, wird sich gut erinnern, was für eine enorme, auch emotionale Rolle die Korrektur des herrschenden einseitigen Geschichtsbildes in der konservativen Publizistik gespielt hat. Man hatte das Gefühl, sich auf einer Mission zu befinden, einer gerechten Sache zu dienen, die unmittelbar mit einem selbst und seiner Herkunft und Zukunft zu tun hatte.

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