Wie viele andere, die im rechten Spektrum gelandet sind, hat mich die Frage nach der „Vergangenheitsbewältigung“ zu Beginn meines politischen Engagements außerordentlich stark beschäftigt. So nannte man früher jenen Komplex aus instrumentalisierter Geschichtsschreibung und -deutung, der von den heutigen Rechten mit dem Begriff „Schuldkult“ ins Visier genommen wird. Wer in den lang verflossenen, insgesamt eher bleiernen Jahren vor 2015 „dabei“ war, wird sich gut erinnern, was für eine enorme, auch emotionale Rolle die Korrektur des herrschenden einseitigen Geschichtsbildes in der konservativen Publizistik gespielt hat. Man hatte das Gefühl, sich auf einer Mission zu befinden, einer gerechten Sache zu dienen, die unmittelbar mit einem selbst und seiner Herkunft und Zukunft zu tun hatte.
Das Letzte (40): Eine verschwindende Generation
Mit dem Verschwinden der Kriegsgeneration drohen auch ihre persönlichen Erinnerungen an Flucht, Vertreibung und die Nachkriegszeit unwiederbringlich verloren zu gehen.
Von Martin Lichtmesz

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