Landtagswahl in Niederösterreich:

Österreich: Haushalte spüren Teuerung bereits enorm

Inzwischen muss jeder sechste Haushalt einen Kredit oder Überziehungsrahmen zur Deckung seiner Fixkosten nutzen, jeder zehnte Haushalt kann seine Fixkosten aktuell gar nicht decken.
Monika Šimić
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17.10.2022
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1 Minute Lesezeit
Österreich: Haushalte spüren Teuerung bereits enorm
Symbolbild: Viele Menschen in Österreich spüren die Teuerung im Land bereits enorm / Bild: Timo Klostermeier (ccnull.de | CC-BY 2.0) (Bild zugeschnitten)

Wien. – Die Mehrheit der österreichischen Haushalte rechnet nicht damit, die Inflation, die zuletzt auf über zehn Prozent geklettert ist, in vollem Ausmaß durch Lohnverhandlungen abgegolten zu bekommen. Das geht aus einer Umfrage des Tarifvergleichsportals durchblicker.at hervor, für die 1.700 österreichische Haushalte befragt wurden. Etwa ein Fünftel rechnet damit, dass die Kollektivvertragslöhne und -gehälter um mehr als zehn Prozent angehoben werden. Gleichzeitig erwarten aber ebenso viele, dass es einen Abschluss von weniger als sechs Prozent gibt.

Viele Bürger „ernsthaft besorgt“

Wie die Umfrage weiter ergab, sind zwei Drittel der Befragten wegen ihrer finanziellen Situation ernsthaft besorgt. Bei der im April durchgeführten Umfrage hatten 80 Prozent der Befragten angegeben, dass sie die Teuerung bereits spüren, nun sind es bereits 90 Prozent. Inzwischen muss jeder sechste Haushalt einen Kredit oder Überziehungsrahmen zur Deckung seiner Fixkosten nutzen, jeder zehnte Haushalt kann seine Fixkosten aktuell gar nicht decken.

Insgesamt 96 Prozent der Befragten befürchten zudem, dass ihre Fixkosten noch weiter steigen werden. 93 Prozent wollen ihre Ausgaben im Alltag weiter einschränken. Teurere Anschaffung wie Auto, Wohnungsrenovierung und größere Reisen sind bei mehr als der Hälfte der Haushalte gestrichen. 77 Prozent schränken ihre Ausgaben in der Gastronomie ein, 69 Prozent sparen bei neuer Kleidung, 63 Prozent versuchen, für Reisen weniger auszugeben. 60 Prozent sparen beim Auto und beim Treibstoffverbrauch.

Wenig Erwartungen an die Regierung

Immerhin 41 Prozent reduzieren ihren Energieverbrauch bei Strom. 39 Prozent wollen beim Heizen sparen. Von der Regierung erhoffen sich die Befragten nicht allzu viel. Mehr als die Hälfte glaubt nicht, dass die Entlastungspakete ausreichen werden. Durchblicker-Experte Martin Spona rät, Sparpotenziale bei den Fixkosten (Versicherungen, Konto, Handy) zu nutzen.